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Probleme oder Gründe?

geschrieben am 15.07.2007 um 21:41 - RSS 2.0 - Tags: , , ,

Sooo… hiermit melde ich mich offiziell aus meinem Kurzurlaub in Stuttgart zurück. Die Rückfahrt mit der Bahn war mal wieder ein besonderes Erlebnis. “Störungen im Betriebsablauf” in Frankfurt, eine defekte Weiche bei Köln und eine daraus resultierende Umleitung über den Adenauer-Flughafen sowie die daraus entstehenden Verspätungen von 30 Minuten ist man ja inzwischen gewöhnt.

Daß ich mich in Frankfurt zwar über den T-Mobile-Hotspot-Aufkleber auf dem ICE nach Brüssel gewundert, nicht aber auf die Baureihe des ICE geachtet habe, war dämlich. Denn dadurch hätte ich mich auf die übelste Überraschung dieses Tages schon mal mental vorbereiten können.

Tatsächlich erklang nämlich kurz nach dem (überaus verspäteten) Verlassen des Kölner Hauptbahnhofs die freundliche Ansage, daß es “aufgrund technischer Probleme” nicht möglich sei, nach Belgien zu fahren. Stattdessen müsse in Düren (kein ICE-Planhalt, inzwischen fährt hier überhaupt kein Fernverkehr mehr) der Zug gewechselt werden. Und tatsächlich, auf dem Aufkleber am Wagenübergang prangte groß und breit der Schriftzug “403 604-2″. Die zwei Fragen, die sich mir sofort stellten, waren “wieso in aller Welt bezeichnet man ein offenbares Planungsproblem als technisches Problem?” und “wieso fährt man mit dem Zug nicht bis Aachen, dem nächsten planmäßigen Halt, um sich zumindest ein paar wenige Umsteiger zu ersparen?

Die Antwort auf die zweite Frage wartete dann auch prompt in Düren, bzw. eher auf dem Bahnsteig in Düren. In Ermangelung eines passenden Ersatzzuges hatte man nämlich einfach den ICE 17, der planmäßig eine Stunde eher dort vorbei kommen sollte, in Düren angehalten, die Fahrgäste zum Aussteigen genötigt (was man denen erzählt hat ist mir leider nicht bekannt, aber ich hätte keine große Lust gehabt, eine gute Dreiviertelstunde dort in der brütenden Hitze zu warten) und dann auf dem Bahnsteig 3-4 eine große, wechselseitige Umsteigeaktion veranstaltet. Problem hierbei: Der Zug von Frankfurt stand “Tender voraus” mit der ersten Klasse am Zugende, während der andere Zug umgekehrt, quasi “Kessel voraus” am Bahnsteig stand (liebe Fahrgäste zweiter Klasse, ich möchte hier wirklich niemanden diskriminieren ;) ). Zu dem Überqueren des Bahnsteigs kam dann also auch noch ein Entlanglaufen am Zug dazu, das zum endgültigen Kollaps der Personenströme auf dem Bahnsteig führte. Ein Bild davon kann sich machen, wer die Bildergalerie dieses Posts durchklickt.

Liebe Kollegen der “großen” Bahn: Ich habe absolutes Verständnis dafür, wenn etwas kaputt geht oder es aus sonstigen, nicht zu verhindernden Gründen zu Verspätungen kommt. Deshalb habe ich auch überhaupt kein Problem damit, den Zug auf “freier Strecke” zu wechseln, sofern das nötig sein sollte, auch wenn mir dieses Vergnügen innerhalb von 5 Tagen sowohl bei der Hin- und Rückfahrt zuteil wird. Aaaber: Wieso um alles in der Welt bezeichnet man einen Planungsfehler (wie wäre es mit einem Ersatz-406 in Frankfurt?) dreist als “technisches Problem”? Ein 403 kann, auch wenn er völlig korrekt funktioniert, nicht in Belgien fahren. Es lag also kein technisches “Problem”, sondern lediglich technische “Gründe” vor. Ein Problem ist von irgendjemandem zu verantworten, ein Grund nicht. Und das Wartungspersonal, das üblicherweise für technische “Probleme” zur Verantwortung zu ziehen ist, ist hier nun absolut nicht der Schuldige. Vielleicht solltet ihr mal darüber nachdenken.

Immerhin hatten die +38 in der Ankuft den großen Vorteil, daß die Sonne fast untergegangen und mein Fußweg nach Hause schon sehr erträglich war.


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