Microblogging…
Manche Leute haben zu wenig zu tun. Ganz offenbar. Oder auch zu viel Geld… was auch immer. Der neueste Trend des Web-4′294′967′295.0, auch das “Web-MaxInt” genannt, weil es nämlich so ganz allmählich für ein normales Hirn kaum noch zu fassen ist, welche mehr- oder weniger schwachsinnigen Methoden sich die Noch-Dotcom-2.0-Startupper und baldigen Dotcom-2.0-Startup-Bankrotteure noch einfallen lassen, um sich möglichst schnell in den Ruin zu treiben sowie Google um weitere Millarden reicher zu machen, ist doch tatsächlich das sogenannte “MicroBlogging”, das genau so unglaublich überflüssig ist wie dieser, durch eine große Anzahl von Nebensätzen verunstaltete Satz.
Deshalb noch mal zusammengefaßt: Das neueste ist MicroBlogging, ich gebe der Web-2.0-Szene nicht mehr allzu lange und ich bin nicht in der Lage, einen kurzen und prägnanten Satz zu formulieren, den man dann auch noch versteht.
Nun aber zum eigentlichen Thema meines Beitrags: Dem Micro-Blogging. Dieser neue Trend macht sich gleich mehrere Entwicklungen der neueren Geschichte zu Nutze: Das Mitteilungsbedürfnis unserer Mitmenschen, der stetig gewachsene Exhibitionismus derselben und natürlich die Verfügbarkeit von Mehrwert-SMS-Diensten. Ging es bei den klassischen Blogs ursprünglich noch darum, geistreiche Artikel zu verschiedenen Themen zu verfassen, so geht es beim Micro-Blogging wirklich nur darum, die internette Welt mit Ergüssen seines täglichen Lebens zu überschwemmen. Dies geschieht üblicherweise ein einzelnen Sätzen, wie “Ich sitze gerade auf dem Klo”. Daß sich die nächste Nachricht eventuell auf die Konsistenz der Exkremente des Users bezieht, will ich mir lieber nicht vorstellen. Was das soll? Nun, ganz einfach. Wer hat auf seinem WC schon einen Computer? Dafür darf das Handy hinhalten. Und damit kommen wir zu den eingangs erwähnten Mehrwert-Diensten. Als ob es nicht schon reicht, Häppchenweise mit dem Leben am Schreibtisch anderer Personen konfrontiert zu werden, bieten einschlägige Dienste sogar noch das Posten per (wahrscheinlich überteuerter) SMS an. Klar, damit wird die Klingeltonjugend natürlich zusätzlich verführt, sozusagen als Zigarettenersatz für unsere 12jährigen, die vielleicht dann doch ihre jahrelange Raucherkarriere gegen eine Microblog-Karriere eintauschen. Denn immerhin ist Microblogging nicht nur genau so peinlich wie rauchende 12jährige sondern es kostet auch noch mindestens genau so viel.
Und seit ein paar Tagen verfügt auch unsere Lieblings-Datenschleuder StudiVZ über ein MicroBlog. Wer hätte das gedacht.
Einen Vorteil hat das ganze ja. Während die Leute ihre SMS eintippen, sind wenigstens die Klingeltöne ruhig… Oder ist Micro-Blogging etwa ein Entgegenkommen der Firmen für solche Personen wie mich, die schon in einem klassischen Blog wie diesem kaum wissen, was sie schreiben sollen? Wie auch immer, ich werde es nicht testen.
Um nochmal auf die MaxInt-Geschichte zurückzukommen: Die kaum noch zu übertreffende einfältige Vielfalt des Web 2.0 (worum gehts denn hier überhaupt? Nen haufen überflüssiger Daten online zu stellen um vom zukünftigen Arbeitgeber bei Google mit einem Bild unter dem Schlagwort “ich mit 20 Bier intus im Straßengraben” gefunden zu werden?) sorgt wirklichso langsam für überlaufende Register in meinem 80er-Jahre-32-Bit-Hirn, hoffen wir mal, daß bald das 64-Bit-Hirn erfunden wird… oder zumindest das DualCore-Hirn, dann hätten wir Männer wenigstens den Frauen etwas gegenüber deren Hyperthreading-Hirn voraus.
Hatte ich erwähnt, daß mir diese Web-wievielauchimmer-Geschichte so langsam ganz gewaltig auf den Zeiger geht?