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Szenario 3

3. Szenario: Alleinreisender Vielfahrer

Alleinreisende Vielfahrer sind eine weitere, sehr knifflige Gruppe. Da sich viele Spartricks nur für Personen in Begleitung eignen, ist das mögliche Sparpotential hier nicht ganz so groß wie bei den Seltenfahrern oder Gruppenreisenden. Da zusätzlich ein typisches Kriterium eines Vielfahrers ist, daß die Bedingungen für Sparpreise (Fahrt am oder übers Wochenende) nicht zutreffen, gehen wir bei den Beispielen in diesem Abschnitt davon aus, daß übers Jahr 10 Hin- und Rückfahrten unternommen werden, von denen nur 4 auf die Kriterien des Sparpreises 50 zutreffen, es allerdings nur in 2 Fällen möglich ist, diesen tatsächlich zu bekommen, andernfalls wird der Sparpreis 25 angewandt.

1. Möglichkeit: Normalpreis

Der Normalpreis ist üblicherweise keine Option für Vielfahrer. Dennoch seien hier die Kosten für die Beispielfahrten zu Referenzzwecken aufgeführt.
Kosten für das gesamte Jahr: 2000 Euro für 10 Hin- und Rückfahrten (Sparpotential: Keines)

2. Möglichkeit: BahnCard

Eine BahnCard 50 ist die erste Wahl für alle Vielfahrer. Mit dieser kann der Vielfahrer in jeden Zug einsteigen, auch im Zug noch Tickets lösen und sehr spontan und flexibel verreisen. Da Flexibilität bei Vielfahrern ein besonders wichtiges Kriterium ist, gehört eine BahnCard 50 in die Brieftasche jedes Vielfahrers.
Gesamtkosten in einem Jahr: 1206 Euro (Sparpotential: 39,7 %)

Eine BahnCard 25 dürfte den meisten Vielfahrern nicht genug Ersparnis bringen, um sich wirklich zu lohnen. Gegebenenfalls kann aber eine zusätzliche BahnCard 25 für die 1. Klasse einen gewissen Gewinn an Komfort bringen, siehe dazu den Trick “Dual-BahnCard”.
Gesamtkosten in einem Jahr: 1553 Euro (Sparpotential: 22,4 %).

Die BahnCard 100 für die zweite Klasse lohnt sich im Übrigen erst ab 31 Hin- und Rückfahrten über die Distanz von 100 Euro pro einfacher Fahrt und kommt somit allenfalls für Wochenendpendler in Frage.

3. Möglichkeit: Sonderangebote

Sonderangebote, wie den Dauer-Sparpreis kommen aus den eingangs erwähnten Verfügbarkeits- und Flexibilitätsproblemen für Vielfahrer nur selten in Betracht. Wenn wir aber davon ausgehen, daß die zwei jährlichen Fahrten, die die Kriterien für einen Sparpreis 50 erfüllen, auch mit einem Dauer-Spezial zum Preis von 39 Euro zu erledigen wären (die Bedingungen für Sparpreis 50 und Dauer-Sparpreis sind praktisch identisch), kommen wir auf folgende Kalkulation:
Gesamtkosten mit BahnCard 50: 1162 Euro (Sparpotential: 41,9 %)

Hier gibt es übrigens eine Suchfunktion, die zu einem gegebenen Zeitraum alle Dauer-Sparpreis-Angebote sucht.

4. Möglichkeit: Sparpreise

Die Sparpreise 25 und 50 sind für Vielfahrer nur eingeschränkt nutzbar. Hat man die Möglichkeit einer gewissen Vorausplanung (mindestens 3 Tage) und will eine Hin- und Rückfahrt buchen, so ist man mit dem Versuch, einen Sparpreis zu ergattern, gut beraten. Allerdings fehlt es insbesondere Vielfahrern häufig an der nötigen Flexibilität zur Buchung der Sparpreis. Aus der Praxis hat sich ergeben, daß sich eine Vorausbuchung von ungefähr 7 Tagen empfiehlt, um einigermaßen sicher noch einen Sparpreis zu erhalten. Das Problem bei den Sparpreisen ist, daß grundsätzlich Hin- und Rückfahrt gemeinsam gebucht werden müssen und daß aufgrund der Zugbindung jegliche Flexibilität fehlt. Wer damit aber leben kann (Verspätungen der Bahn sind übrigens kein Problem: Die Tickets werden dann für andere Züge freigegeben - hüten sollte man sich vor Spapreis-Angeboten dann, wenn man noch auf ein anderes Verkehrsmittel, wie z.B. Flugzeug, angewiesen ist: Hier kann eine Verspätung zum Verfallen des Tickets führen) sollte sich bei jeder Fahrt bemühen, Sparpreise zu buchen. Es gibt den Sparpreis 25 (Hin- und Rückfahrt in der gleichen Woche) sowie den Sparpreis 50, Voraussetzung für diesen ist jedoch, daß Hin- und Rückfahrt am Wochenende oder in verschiedenen Wochen stattfinden. Darüberhinaus wird mit einer BahnCard 25 zusätzlich noch der BahnCard-Rabatt gewährt. Besitzt man eine BahnCard 50 und reist alleine, so macht es keinen Unterschied, ob man einen Sparpreis 50 ergattert oder nicht - im Gegenteil, durch den Sparpreis verliert man bei gleichem Preis seine Flexibilität. Daher wird die Kalkulation nur für Besitzer mit einer BahnCard 25 durchgeführt:
Gesamtkosten pro Jahr mit BahnCard 25, wie eingangs erklärt: 1328 Euro (Sparpotential: 33,6%)

Tricks und Kniffe

  • Dual-BahnCard-Trick: Dieser Trick hilft zwar nicht beim Sparen, ist jedoch eine Art “Insider-Tipp” um Vielfahrern das Fahren etwas angenehmer zu machen. Vielen ist nicht bewußt, daß es durchaus möglich ist, mehrere BahnCards gleichzeitig zu besitzen. Meine Empfehlung für Vielfahrer, die sich ab und zu etwas mehr Komfort gönnen möchten, ist die Anschaffung einer zusätzlichen BahnCard 25 für die erste Klasse. Dies hat mehrere Vorteile: Für einen Aufpreis von nur 12,5 % gegenüber dem BahnCard 50-Preis der zweiten Klasse kann bei Fahrten, für die ein Sparpreis 50 erster Klasse verfügbar ist, in der ersten Klasse gefahren werden (vorausgesetzt, es wird keine Flexibilität benötigt und man ist bereit, den einmaligen Preis von 106 Euro für eine BC 25 1. Klasse zu bezahlen). Darüberhinaus werden bei 1. Klasse-Buchungen 150% der BahnBonus-Punkte gutgeschrieben, die sich später in geldwerte Vorteile umwandeln lassen, siehe dazu auch den BahnBonus-Tipp. Beim Sammeln von Punkten sollte man sich auf eine BahnCard (z.B. die BahnCard 50 2. Klasse) beschränken - der Automat schreibt die 1. Klasse-Punkte auch gerne einer BahnCard 2. Klasse gut.
  • Umstiegs-Trick: Ist für eine Relation kein Sparpreis mehr verfügbar, so empfiehlt es sich bei Umsteigeverbindungen, bei denen die Züge aus denen bzw. in die umgestiegen wird, eine Strecke parallel fahren (häufig der Fall bei den Relationen aus dem Ruhrgebiet nach Süddeutschland, hier sind Umstiege in Köln und Frankfurt Flughafen möglich), einfach den anderen Bahnhof als Umsteigestelle anzugeben (in der Reiseauskunft als “via” eintragen, Aufenthaltszeit 1 Minute). Gegebenenfalls können hierdurch noch Sparpreis-Kontingente gefunden werden.
  • BahnBonus: Das Sammeln von Bonuspunkten kann eine gute Möglichkeit sein, zusätzlich Geld einzusparen. Die lukrativste Prämie sind die 1. Klasse-Upgrade-Gutscheine, die pro Stück bis zu 60,50 Euro wert sind. Mit diesen kann man eine 1. Klasse-Fahrt zum gleichen Preis und zu den gleichen Konditionen wie einen Normalpreis (mit BahnCard-Rabatt) buchen. Sammelt man z.B. 3000 Punkte an, so erhält man dafür Gutscheine im Gegenwert von 363 Euro, was immerhin einem Preisnachlass von 12,1 % auf den BahnCard 50-Preis 2. Klasse, und einem Preisnachlass von 23,1 % verglichen mit dem Normalpreis 1. Klasse entspricht.


Hinweis: Alle Preisbeispiele dienen nur der Veranschaulichung der Tarifstruktur. Der Autor übernimmt keine Gewähr für deren Richtigkeit und Verfügbarkeit, für tarifliche Änderungen, für Rechenfehler und für die Anwendbarkeit in bestimmten Situationen. Aus diesem Grund ist auch die Haftung des Autors bei finanziellen Schäden, die durch die Anwendung dieser Hinweise entstehen, ausgeschlossen.

2 Antworten auf “Szenario 3”

1. von Sparen beim Bahnfahren » Spaß mit der Deutschen Bahn GERMANY am 06.07.2007 um 14:33 Uhr

[…] Seltenfahrer (max. 61% Ersparnis), Seltenfahrer in Begleitung (max. 76,1% Ersparnis), Alleinreisender Vielfahrer (max 41,9% Ersparnis) und Vielfahrer in Begleitung (max 42,0% Ersparnis) online. Geplant ist noch Vielfahrer, der […]

2. von Klaus GERMANY am 23.11.2007 um 10:58 Uhr

guten tag, ich habe nachgerechnet: der unterschied zwischen bahncard 50 tarif in der 2. klasse und bahncard 25 tarif in der 1. klasse beträgt derzeit ca. 17 % nicht 12 %

viele grüsse

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